Gerade angekommen und schon mittendrin im Abenteuer

Gerade angekommen und schon mittendrin im Abenteuer

Vier Tage waren wir jetzt in Rio de Janeiro – aber realisiert, dass wir nach mehr als eineinhalb Jahren Planung und Vorbereitung jetzt endlich unterwegs sind haben wir das noch nicht. Im Vergleich zu unserem beschaulichen Niederbayern haben wir in der zweit größten Stadt Brasiliens mit über 6 Mio. Einwohnern einen ersten (positiven) Kulturschock erlebt. Die Taxi-Fahrt vom Aeroporto zum Hotel oder durch die Stadt mit einem der City-Busse (Gefühlt genauso viele wie es Einwohner gibt) sind gute Beispiele dafür. Nach Ankunft im Hotel haben wir erst mal die Stadt ein bisschen erkundet und uns akklimatisiert. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wollten wir uns in den kommenden Tagen dann ansehen, sofern das Wetter mitspielt.

Escadaria Selarón
Diese „Treppenstufen“ waren eine kleine Sehenswürdigkeit die in fußläufiger Entfernung zu unserem Hotel lagen.
Auf dem Weg dorthin haben wir uns schon mal ein wenig mit den Bussen, Supermärkten und sonstigen Geschäften und Gepflogenheiten vertraut gemacht. Jede Treppenstufe, sowie die Seitenwände bestehen aus unzähligen einzelnen Fliesen. Auf dem Bildern erkennt man die unterschiedlichsten Farben, Formen und Aufdrucke. Man kann sich dort auch selbst mit einer eigenen Touri-Foto-Fliese verewigen 😉

Jardim Botanico (Botanischer Garten von Rio)
Im Vorraus haben wir uns bereits über ein paar Sights in Rio informiert. Unter Anderen wurde der Botanische Garten
als sehenswert empfohlen. Mit dem Bus ging es dann nach der Besichtigung der Treppen dorthin. Für umgerechnet 1€ pro Person ist der Bus in Rio sehr preiswert. Egal wie weit man fährt, es kostet immer den gleichen Preis sobald man einsteigt. Überhaupt ist das wichtigste Verkehrsmittel der „Onibus“. Züge, UBahnen oder Straßenbahnen gibt es kaum. Der Botanische Garten bietet grundsätzlich viele verschiedene einheimische Pflanzen und Bäume, auch Tiere
kann man mit viel Glück beobachten. Der Eintritt war zwar mit 15R$ (ca. 4€ pro Nase) relativ günstig, doch sollte man
wohl besser zur Hauptreisezeit (Ab Dezember) im Sommer dorthin fahren. Aktuell gibt es kaum Blüten zu sehen und überhaupt wirkte der Park etwas „karg“. Beeindruckt waren wir allerdings von der Größe so mancher Pflanzen.

Wanderung auf den Morro Dois Irmãos, die wir dann doch sicherheitshalber vermieden haben.
Westlich vom Stadtzentrum gibt es einen Berg „Morro Dois Irmãos“, der einen tollen Wanderweg zu bieten hat. Wir sind zum Einstieg mit dem Bus nach Vidigal gefahren um dort die Wanderung zu starten. Die Aussicht vom Gipfel soll wunderschön sein und das Wetter war eigentlich perfekt dazu. Angekommen in Vidigal bemerkten wir, dass wir zum Einstieg durch die ganze Favela (Armenviertel bzw. „Ghetto“ am Stadtrand) hätten laufen müssen. Die machte allerdings einen nicht so sicheren Eindruck. Zwischen alten heruntergekommenen Hütten und zwielichtigen Gestalten hätten wir ca. 30 Minuten zum Einstieg gehen müssen. Wir waren uns beide einig, dass dies keine so gute Idee ist, da von abgelegenen Gebieten rund um Rio ständig gewarnt wird. Nicht selten kommt es zu Überfällen, teilweise auch bewaffnet. Die Favela Vidigal, wie wir im Nachhinein erfahren haben, war vor Kurzem noch eine sehr gefährliche Siedlung. Selbst die Polizei setzte hier kaum einen Fuß hinein. Die Drogenbosse von Rio´s Umland hatten die Siedlung im Griff und machten ihre eigenen Gesetze. Durch eine groß angelegte Polizeiaktion im Jahr 2012 wurde die Kriminalität zwar weitgehend eingedämmt, jedoch waren wir froh auf unser Bauchgefühl gehört zu haben. Wir beschlossen den Weg ins Stadtzentrum zurück zu gehen, da wir so an den berühmten Stränden Ipanema und Copacabana vorbei kamen.

Ipanema und Copacabana Beach
Viel gibt es dazu nicht zu berichten. Die Strände sind auf jeden Fall schön und in traumhafter Kulisse, das bunte Treiben wie man es aber auf so manchen Postkarten und Fotos sieht haben wir jedoch vermisst. Das liegt zum Einen sicher an der Reisezeit und zum Anderen an dem durchwachsenem Wetter, welches uns die ganze Woche begleitet hat. Trotzdem können wir jedem einen Besuch der Strände empfehlen. Sie gehören zu Rio einfach dazu. Es gibt aber sicher noch schönere kleinere Strände, die wir aber nicht besucht haben. Das Meer ist übrigens saukalt (Sagt Matthias 😉 )

Wanderung zum Morro da Urca (Berg neben Zuckerhut)
Die beiden bekanntesten und größten Sehenswürdigkeiten standen noch aus. Der Zuckerhut sowie die Christus Statue. So beschlossen wir am Donnerstag eine kleine Wanderung zur Mittelstation des Zuckerhuts zu machen. Den eigentlichen Zuckerhut kann man nur per Gondel erreichen. Von der Mittelstation hat man aber ohne der teuren Gondelfahrt bereits eine tolle Sicht über die Stadt. Das Wetter hat zum Glück mitgespielt und so konnten wir den Ausblick über Rio voll genießen. Die beiden „Äffchen“ sind übrigens Marmosetten oder auch Weißbüschelaffen genannt. Sie gehören zu den Primaten und sind in den umliegenden Wäldern von Rio des Öfteren anzutreffen.

Christus Statue bzw. „Cristo Redentor“
Mit Rio de Janeiro verbindet man neben dem Zuckerhut auch die weltberühmte Christus Statue. Diese wollten wir unbedingt sehen, konnten jedoch aufgrund des schlechten Wetters gerade noch am letzten Tag mit einem Shuttle Bus hoch fahren. Bei Wolken oder Nebel lohnt sich die Fahrt überhaupt nicht, da Sie mit 61R$ pro Person (ca. 16€ inkl. Eintritt) verhältnismäßig teuer ist und man die grandiose Aussicht nicht erleben kann. Die Christus Statue an sich ist sehr beeindruckend und auf jeden Fall einen Ausflug wert. Ohne Cristo wäre unser Rio Aufenthalt irgendwie nicht „komplett“ gewesen.

Am letzten Tag in Rio, den 28. Oktober haben wir dann unsere Rucksäcke gepackt, noch ein paar Einkäufe getätigt und in einem der unzähligen „per Kilo“ Restaurants eine Kleinigkeit gegessen. Solche Restaurents gibt es wie Sand am Meer. Bei den Brasilianern ist es sehr beliebt, nach Gewicht zu bezahlen. Man bekommt am Eingang einen Zettel und kann sich dann vom Buffet alles Mögliche auswählen. Es gibt Salat, Gemüse, Fleisch, Fisch, Pommes, Kartoffeln, Reis und noch viel mehr. Das Gewicht des Tellers wird auf dem Zettel vermerkt und man bezahlt beim Verlassen des Restaurants den jeweiligen Preis. In unserem Fall war das einmal 3,29R$ (ca. 80 Cent) und einmal 4,59R$ (ca. 1,20€) pro 100g. Also sehr preiswert und lecker.

Allgemein können wir über Rio viel Positives berichten. Der Aufenthalt hat uns sehr gut gefallen und wir hätten gerne noch ein paar Tage dran gehängt um die Menschen und die Stadt etwas besser kennen zu lernen. Die Einwohner dort sind super freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Englisch sprechen nur die Wenigsten, man kommt aber auch mit ein paar Brocken Spanisch ans Ziel. Zudem wurden unsere Portugiesisch-Kenntnisse auch immer besser. Die wichtigsten Wörter sollte man sich auf jeden Fall merken. Empfehlen können wir einen Offline Übersetzer fürs Handy (z.B. von Google) damit man außerhalb vom Hotel ohne WLAN auch mal was übersetzen kann. Uns ist es auch ein paar mal passiert, dass wir ratlos vor einem Restaurant oder einer Bar standen und wir relativ schnell von Einheimischen angesprochen wurden ob wir Hilfe benötigen. Top !
Lebensmittel, frisch zubereitete Mahlzeiten, Süßigkeiten und Flohmarkt-Ramsch, alles was man sich nur vorstellen kann bekommt man auf einem der unzähligen kleinen Stände und Märkte auf den Straßen. Trinkgeld ist übrigens nicht üblich in Brasilien. Das Trinkgeld ist eigentlich immer schon mit eingerechnet und wird nicht extra dazu gegeben. Lediglich für das Zimmermädchen im Hotel sowie einem freundlichen deutsch-sprechenden Kellner, der sich wirklich viel Zeit für uns genommen hat (Wir haben von der Speisekarte kein Wort verstanden) haben wir Trinkgeld von ein paar Real gegeben.

In den kommenden Tagen gibt es dann einen Bericht über Foz do Iguacu. Wir sind bereits hier angekommen und waren schon auf der brasilianischen Seite der Wasserfälle. Doch dazu später mehr 🙂

Hier noch ein paar Eindrücke von unseren Tagen in Rio

7 Gedanken zu „Gerade angekommen und schon mittendrin im Abenteuer

  1. Hallo ihr beiden, also mit Rio und den Wasserfällen habt ihr ja schon mal nen tollen Start gehabt. Die Bilder machen jetzt schon neidisch… 😀. Hoffe ihr habt Erwin gut in Empfang nehmen können und habt jetzt euer gemütliches Bett ohne Kakerlaken…!😣. Viel Spaß weiterhin auf eurer Tour. Viele liebe Grüße, Anja

  2. Welche wundervolle Bilder und Berichte, ihr beide seht sehr glücklich dabei aus.
    Ich wünsche euch noch viele weitere atemberaubende Momente.
    Bussi für Stephie und eine Umarmung für Matthias 😀

  3. Hallo Ihr Globetrotter,
    es ist spannend zu lesen was Ihr so alles erlebt.
    Die Fotos sind super schön und ich sehe dass es Euch gut geht.
    Ich umarme Euch in Gedanken.

  4. Ola Matthi und Stephi
    danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder.
    Wir sind schon ganz gespannt, wie es weitergeht!!
    Hasta luego
    Georg und Evelin Ermer

  5. hallo ihr zwei;
    euer reisebericht ist wirklich super geworden!!
    gfrei mi scho auf viele weitere berichte!!!

    liebe grüssse und viele bussis
    mama

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