USA Nordwesten – Oregon & Washington

USA Nordwesten – Oregon & Washington

Nach dem Redwood Nationalpark fuhren wir weiter an der Küste entlang in den nächsten Bundesstaat – Oregon. Viele Reisende, die wir bisher trafen, haben total geschwärmt von Oregon. Wir sollen uns unbedingt die Küsten ansehen… und die Wälder, Wasserfälle und Flüsse…

Die Erwartungen unsererseits waren also hoch.

Oregons Küste

Ursprünglich wollten wir eigentlich nicht die Küstenstraße weiterfahren, sondern wieder einen Abstecher ins Landesinnere zum Crater Lake Nationalpark machen. Von dem gleichnamigen See und seinen tiefen Blautönen hatten wir schon viel gehört, aber nach einem Blick auf die Internetseite des Parks, trat dann doch schnell die Ernüchterung ein. Closed!!!!….eigentlich alles, bis auf die Zufahrt zum See. Keine einzige Wanderung wäre möglich gewesen, so entschieden wir uns (schweren Herzens) auf dem Highway 101 zu bleiben.

Die ersten Kilometer in Oregon hatten wir noch richtig Glück mit dem Wetter. So genossen wir unsere Mittagspause an einer der unzähligen Picnic Areas. Diese öffentlichen Plätze mit Picknick-Tischen und oftmals auch Toiletten und Trinkwasser nutzen wir so oft es geht und sind wirklich immer wieder aufs Neue ganz begeistert.

Leider verließ uns das Glück und das Wetter drehte sich im Laufe des Tages um 180 Grad. Zäher Küstennebel machte sich breit und schnell begann es auch zu regnen. Zu allem Überfluss fanden wir auch keinen geeigneten Schlafplatz. Wo wir in San Francisco noch wenig Probleme hatten, standen wir hier meist vor einem„No overnight parking“- Schild! Da war die Stimmung nicht wirklich auf dem Höhepunkt und wir fuhren gezwungener Maßen unsere geplante Strecke an der Küste fast an einem Tag. So war das eigentlich nicht gedacht…aber wie so oft, ist es wiederum auch ganz normal auf Reisen, dass es eben anders kommt, wie man eigentlich denkt. Trotzdem haben wir aber an ein paar tollen Aussichtspunkten Halt gemacht, u.a. am Hectea Leuchtturm oder Oregons Sanddünen. Eigentlich ist die Küste auch als gute Chance bekannt Wale zu sehen, wir hatten aber in diesem Fall leider kein Glück. Bei dem schlechten Wetter und den rauen Wellen wären die Tiere aber auch schwer zu erkennen gewesen.

Nachdem wir schon nicht so viel Glück mit der Küstenregion hatten, war uns der Wettergott von nun an aber wieder wohl gesonnen. Während unseres ganzen Weges durch Oregon und auch durch Washington wurden wir von den Einheimischen auf das tolle Wetter angesprochen. Wochenlang nur Sonne und kein einziger Regentropfen sind doch recht untypisch für diese Region. Das wird doch nicht etwa am Klimawandel liegen?!

Unseren ersten Halt machten wir am Clear Lake und den zwei benachbarten Sahalie Falls. Der Clear Lake war wie der Name schon sagt, sehr klar und sauber. Am liebsten hätten wir sofort das Angelzeug geholt und uns einen schönen Angeltag auf so einer kleinen Nussschale gemacht. Doch das ist aufgrund der Regularien hier nicht so einfach… anderes Thema. Wir spazierten am See entlang und hatten dabei immer wieder tolle Aussichten auf den See. Irgendwie schaut es doch etwas aus wie Daheim, oder? Alles sehr grün, viele Tannen und Fichten… da fühlten wir uns doch gleich heimisch.

Smith Rock State Park

Vorbei an den Sister Mountains steuerten wir unser nächstes Ziel an, den Smith Rock State Park. Auf dem Weg kamen wir immer wieder an abgebrannten Wäldern vorbei. Waldbrände sind nicht nur in Oregon oder Kalifornien ein großes Problem und so wird man entlang der Straßen ständig auf die aktuelle Waldbrandgefahr aufmerksam gemacht.

Am Crooked River, ein paar Meilen nördlich von Redmond liegt der kleine State Park. Hier gilt der Nationalparkpass leider nicht und man muss an einer Pay-Station tageweise bezahlen. In diesem Fall 10$ pro Fahrzeug für einen Tag (der zum Wandern auch völlig ausreicht). Obwohl wir früh dran waren, fanden wir gerade noch einen der letzten Parkplätze. Der Park ist sehr beliebt bei Kletterern aus der ganzen Welt. Zahlreiche Kletterberge von leicht bis schwer finden sich im Park und tatsächlich waren an jedem Einstiegspunkt 5-10 Leute die darauf warteten nach oben klettern zu können. Uns wurde vom Anblick der 100m hohen Steilwände schon schlecht 😀

Wir entschieden uns für den 4km langen Misery Ridge Loop, der zwei populäre Wanderwege kombiniert und hatten dabei eine super Aussicht mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Das Wetter war quasi perfekt, nicht zu warm und nicht zu kalt… es machte richtig Spaß. Ein ganz netter Park, den man schon mal mitnehmen kann. Auf einem Foto ist übrigens auch der sogenannte Monkey Rock mit ein paar erschöpften Kletterern zu sehen.

Mount Hood

Bei unserer Fahrt hatten wir die schneebedeckte Spitze des Vulkan Mount Hood schon immer wieder gesehen und nun führte uns der Highway 26 direkt in die Gegend des Bergs. Wir hörten schon im Vorfeld von den wunderschönen Seen, in denen sich der Vulkan spiegeln soll. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Am Parkplatz zum Trillium Lake angekommen, standen wir wieder einmal vor dem altbekannten Schild „closed“. Die Zufahrtstraße war noch komplett schneebedeckt, es ging an hier also nur zu Fuß durch den Schnee weiter. Nach der ganzen Wanderei erschien Matthias dann doch das Weiterschreiben am Blog attraktiver (wir sind ja zeitlich immer etwas hinterher), aber Stephanie wollte sich den See nicht entgehen lassen. Mit der Spiegelung hatte Sie leider nicht so viel Glück, aber der See und im Hintergrund der alles dominierende Mount Hood gaben auch so ein wunderschönes Bild ab. Der Schnee stellte aber nicht nur unsere Wanderpläne etwas auf den Kopf, sondern auch die Suche nach einem Schlafplatz. Eigentlich gibt es in der Region unzählige Möglichkeiten in National Forests frei zu campen, in unserem Fall hätte man aber dafür eher ein Schneemobil benötigt und keinen Erwin. Wir erkannten jedoch schnell, dass wir nicht die einzigen mit diesem Problem waren und gesellten uns zu anderen Campern, die auch einen der Wanderparkplätze als Nachtlager nutzten.

Columbia River Gorge

Am nächsten Tag ging es entlang des Hood Rivers ins Flusstal, welches in der regionalen Werbung auch Rhine Valley of America genannt wird. Der Vergleich mit dem deutschen Rheintal kam uns auch in den Sinn und wieder stellte sich das Gefühl von „hier-ist-es-ja-so-wie-daheim“ ein. Wir machten eine wunderbare Wanderung in der nähe des Ortes White Salmon, bei der wir inmitten von blühenden Wildblumen eine wunderschöne Sicht auf das ganze Tal hatten. Immer entlang des Columbia Rivers näherten wir uns dann ganz laaaaangsaaaam Portland, denn die Strecke ist gespickt von zahlreichen Wasserfällen. Manche der Wasserfälle erreicht man durch einen kurzen Fußmarsch und bei anderen wiederum müsste man richtig amerikanisch nicht einmal aus dem Auto aussteigen. Vor allem der Multnomah Fall ist nicht zuletzt durch die Sozialen Medien sehr bekannt. Nicht wegen seiner Höhe von 186 Metern (165+21) Meter ist der Wasserfall sehenswert, sondern vor allem auch mit der kleinen Steinbrücke ergibt sich ein wirklich schönes Bild. Neben den Latourell Falls haben wir auch noch die Bridal Veil Falls besucht, bevor wir dann am späten Nachmittag in Portland angekommen sind.

Portland

Nicht all zu weit weg von der Innenstadt fanden wir in einer ruhigen Nachbarschaft einen guten Parkplatz, von dem aus wir in 20 min mit unseren Fahrrädern ins Zentrum radeln konnten. Wieder einmal waren wir wirklich froh um unsere Räder. Die Entfernungen innerhalb des Stadtzentrums sind nicht besonders groß und auf den großzügigen Fahrradstreifen machte es uns mal wieder richtig Spaß die Stadt zu erkunden. Vom Waterfront Park waren wir in Kürze am zentralen Platz, dem Pioneer Courthouse Square. Hier gibt es ein sehr modernes Visitor Center, in dem man nicht nur mit Infos zu Protland sondern zu ganz Oregon und Washington versorgt wird.

Neben dem modernen Geschäftszentrum ist Portland auch bekannt für leckeres Streetfood und für den ein oder anderen sehr guten Donut-Laden. Da wollten wir uns natürlich auch einmal durchprobieren. Bei der unglaublichen Auswahl an kleinen, großen und gefüllten Donuts fällt eine Entscheidung aber nicht leicht… so kamen wir zu dem Entschluss, dass wir ein zweites Mal hier her kommen müssen. Echt schade, oder? 😉 Probiert haben wir drei verschiedene Donuts, den Klassiker mit Schoko-Überzug (geschätzt ca. 16.000 Kalorien), einen Zimt-Zucker Donut (geschätzt „nur“ 10.000 Kalorien) und den Mango-Tango mit einer äußerst schmackhaften Mango Füllung. War aber eher wie ein (bayrischer) Krapfen und hatte wahrscheinlich auch nur 14.000 Kalorien. Naja auf jeden Fall war uns jedes Mal schlecht danach 😉

Am Abend verließen wir unseren tollen Platz in der Innenstadt und machten uns auf zu Mike. Den haben wir in Chile auf der Carretera Austral kennengelernt. Er war dort gerade mit einem Motorrad unterwegs und wollte seine Deutschkenntnisse wieder mal aus der Versenkung holen. So sind wir ins Gespräch gekommen und er hat uns zu sich nach Portland eingeladen. Das war nun ziemlich genau ein Jahr her und wir freuten uns auf ein Wiedersehen. Mike lebte mehrere Jahre in Nürnberg und spricht daher perfekt fließend Fränggisch.

Wieder einmal wurden wir mit offenen Armen sehr herzlich empfangen. Mike und seine Frau hatten schon Abendessen vorbereitet und waren gespannt, was wir alles zu erzählen haben. Mike hat sich extra das ganze Wochenende für uns Zeit genommen und wir schmiedeten am ersten Abend gleich Pläne für die kommenden Tage. Das Wetter war super und wir entschieden uns, am Samstag gemeinsam in die kleine Stadt Astoria an der Küste zu fahren. Von Portland aus sind das „nur“ (für amerikanische Verhältnisse) etwa zwei Stunden Fahrtzeit. Es war ein schöner Tag zu viert. Wir aßen richtig leckeres Fish&Chips in einem sehr ausgefallenen „Foodboat“, das uns Mike als Geheimtipp empfohlen hat. Kein Truck wie man es sonst kennt, sondern hier wurde ein uraltes Boot zum Imbiss umfunktioniert. Die lange Schlange davor deutete schon darauf hin, dass man hier gut Essen kann. Und so war es natürlich auch.

Astoria ist eine eher kleine gemütliche Stadt direkt am Meer mit vielen kleinen Restaurants, Cafes und Museen. Nach dem Mittagessen kehrten wir noch in eine Kaffeerösterei ein und machten uns dann auf den Weg über die berühmte Brücke von Astoria nach Norden. Dort gibt es ein paar schöne Sandstrände die zum Spazieren einladen. Am späten Nachmittag fuhren wir dann über eine tolle Panoramastraße zurück nach Portland.

Am Sonntag ließen wir es dann eher ruhig angehen und Mike lud uns Mittag zu richtig amerikanischem Barbeque ein. Das war ein Genuss… 😉

Dann hieß es für uns auch schon wieder Abschied nehmen. Wir wollten ja auch noch ein paar Kilometer fahren, zumindest aus der Stadt raus.

Mount St. Helens

Unsere nächsten Ziele waren nun das National Monument Mount St. Helens und der National Park Mount Rainier. Wir fuhren die Lewis River Road entlang des gleichnamigen Flusses in Richtung des Vulkans St. Helens. Dabei fanden wir entlang der Strecke an den Seen Lake Merwin und Yale Lake immer wieder mal tolle Möglichkeiten für ein Picknick und erspähten das ein oder andere Mal sogar die Spitze des Vulkans. Der 2539 Meter hohe Mount St. Helens brach zuletzt 1980 aus, durch die heftige Eruption war der Berg danach 400 Meter kleiner. Die Aschesäule war damals über 20 Kilometer hoch!

Ein Highlight in der St. Helens Gegend sind die Ape Caves. Der Lavastrom bildete unterirdische Gänge, die heute in Form von Höhlen erkundet werden können. Mit Taschenlampen bewaffnet stiefelten wir hinab und „wanderten“ in der absoluten Dunkelheit durch die beiden Höhlen. Obwohl es draußen am Tageslicht noch gemütliche 25°C hatte, waren es dort unter Tage gerade mal 5°C. Ein echtes kleines Abenteuer für sich war die Kletterei in den Ape Caves schon, doch man ist auch froh wenn man nach 2 Stunden wieder das Tageslicht erblickt.

Mount Rainier Nationalpark

Eigentlich wollten wir vom St. Helens aus die National Forest Road #25 direkt zum Rainier Nationalpark fahren, doch der Schnee machte uns einen Strich durch die Rechnung. Der Pass war gesperrt und wir mussten die ganze Strecke bis nach Woodland wieder zurück fahren. Noch ärgerlicher waren wir, weil wir am Tag zuvor extra eine Tourist Info besuchten und uns nach allen Straßen und Wanderwegen erkundigt hatten. Von dem gesperrten Pass, der als einzige Straße zum Mt. Rainier führt, wurde uns aber nichts mitgeteilt. So mussten wir eben den ganzen Weg wieder zurückfahren und den Umweg zum Rainier Nationalpark in Kauf nehmen.

Im Nationalpark angekommen, fuhren wir erst einmal bis zum Visitor Center, um uns mit Karten und Infos auszurüsten. Nach dem Visitor Centers war der weitere Straßenverlauf ebenfalls gesperrt und auch die Wanderungen auf dieser Höhe waren aufgrund des vielen Schnees nicht möglich. Von daher konnten wir hier nur die schöne Aussicht auf den Berg mit seinen Gletschern genießen. Auf der Straße aus dem Park raus gab es dann zum Glück aber noch zahlreiche Stops mit rauschenden Wasserfällen und die ein oder andere Möglichkeit zum Wandern für uns.

Wir sind uns sicher, dass der Nationalpark einen Besuch wert ist, aber in seiner ganzen Schönheit kann man ihn erst bestaunen, wenn der Schnee geschmolzen ist und die Wildblumen an allen Ecken zu blühen beginnen.

Olympic National Park – Hurricane Ridge

In unseren Köpfen geisterte ja lange die Entscheidung umher, ob wir nun nach Vancouver Island fahren sollen oder nicht. Viele Reisende haben uns dazu geraten, viele aber auch abgeraten. Die Einen sagen, Vancouver Island ist ganz anders wie das Festland und man muss unbedingt dort gewesen sein. Die Anderen sagen, Vancouver Island ist landschaftlich gesehen ähnlich wie der Olympic Nationalpark und man muss nicht unbedingt auf die Insel übersetzen. Zudem ist die Fähre nicht gerade ein Schnäppchen und hätte uns etwas mehr als 200$ gekostet. Das war es uns dann in Kombination mit den schlechten Wetteraussichten einfach nicht Wert und wir entschieden uns dafür die zwei sonnigen Tage lieber im Olympic National Park zu verbringen. Und wir wurden nicht enttäuscht… im Gegenteil. Ein kurzer Auszug aus der Beschreibung des Parks: „Waves boom along wilderness beaches and mix with snow-fed rivers. Ancient trees shelter wildlife. Rugged peaks embrace glaciers and subalpine meadows. Coast, forest and mountain ecosystems combine to create this spectacular wilderness park…“

Man bekommt also von Allem etwas. Wir haben uns ein paar Tage Zeit genommen die ganze Halbinsel zu erkunden, immerhin sind es fast 530 Kilometer die man im Nationalpark zurücklegt. In Port Angeles begann unser Trip am Visitor Center. Wir bekamen die wichtigsten Infos über die geöffneten Wanderwege, welche Straßen wir unbedingt fahren sollen und wie wir in ein paar Tagen den besten Eindruck vom gesamten Park bekommen. Als erstes fuhren wir zum Hurricane Ridge. Von dort aus gelangten wir über den Hurricane Hill Trail zum Gipfel, hatten eine klasse Aussicht über die Berge und konnten sogar bis nach Vancouver Island sehen. Einen ganz neuen tierischen Gefährten haben wir dann noch etwas abseits des Weges entdeckt. Der war sichtlich an Menschen gewöhnt und ließ sich von uns nicht aus der Ruhe bringen. Man hätte fast denken können, dass er es genießt vor der Kamera zu posieren 😀

Olympic National Park – Lake Crescent

Nach der kurzen Wanderung freuten wir uns dann auf eine Abkühlung im Lake Crescent. Dieser See ist der größte im ganzen Olympic NP und lädt bei warmen Temperaturen zum Baden ein. Warme Temperaturen hatten wir zwar (obwohl wir beim Wandern ein paar Höhenmeter weiter oben durch Schnee stiefelten), doch die Wassertemperatur war eher so, dass man vielleicht mal seinen kleinen Zeh hineinhalten kann. Aber wir sind ja nicht aus Watte und waren zumindest für ein paar Minuten drin (sogar ganz mit Bauch und so!! 😉 ). Den perfekten Ausklang des Tages hatten wir nach dieser Erfrischung dann an einem Wildcamping Platz im Wald – ganz alleine und weit entfernt von der nächsten Straße. Wieder mal eine super Gelegenheit unseren sponsored-by-Rick-Grillrost zu benutzen.

Olympic National Park – Hole in the Rock bzw. „Wo ist der Seestern???“

Wir wollten Seesterne sehen. Sieht man ja nicht jeden Tag. Und dafür war angeblich der Rialto Beach mit dem Hole-in-the-Rock Felsen geeignet. Wir spazierten also am Strand entlang und hielten Ausschau nach den Seesternen oder sonstigen Meeresbewohnern. Man kann die Seesterne hier deshalb so gut sehen, weil sie bei Ebbe oft an den Felsen haften bleiben und dann quasi zu Fuß erreichbar sind. Wir waren aber nicht ganz zur richtigen Zeit hier und der Wasserstand war vielleicht noch etwas zu hoch. Auf jeden Fall hatten wir an diesem Tag kein Glück, außer den Millionen von Muscheln und den grünen Seeanemonen. Der Spaziergang am Strand war aber trotzdem schön, wenn auch etwas überlaufen.

Olympic National Park – Hoh Rain Forest

Jetzt denken sich bestimmt Viele… „Rain Forest? Wo soll denn da ein Regenwald sein!?“. Ja, das haben wir uns am Anfang auch gedacht. Aber es ist tatsächlich so. Auf der Olympic Halbinsel gibt es eine Region mit echtem Regenwald. Die klimatischen Bedingungen sind durch das Meer und die Berge so perfekt ausbalanciert, dass sich hier der Hoh Rain Forest entwickeln konnte. Das wollten wir natürlich unbedingt sehen und fuhren die etwa 30 Kilometer lange Stichstraße von der Küste in den Regenwald hinein. Durch die angebrachte Beschilderung lernten wir einiges über die Entstehung des Waldes und wurden auch immer wieder auf Bären aufmerksam gemacht. Gesehen haben wir aber keinen.

Die Bäume hier sind bis zu 1000 Jahre alt und wir waren vor allem fasziniert von den Nurse Logs. Das sind abgestorbene Baumstämme die nun als Lebensraum für neue Bäume dienen. Die neuen Bäume wachsen nämlich aufgrund der Nährstoffe ganz hervorragend auf umgefallenen Stämmen. So sieht man des öfteren 3 oder 4 Bäume in einer Reihe auf einem alten Baumstamm. Immer wieder faszinierend unsere Natur!

Olympic National Park – Ruby Beach bzw. „Wo ist der verdammte Seestern??“

Aaah… da hat er sich versteckt 😉 Am Ruby Beach wurden wir also endlich fündig und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei Ebbe konnten wir dann nicht nur einen Seestern fotografieren. Immer wieder entdeckten wir an den Felsen teilweise gleich drei bis vier Seesterne auf einmal. Mit ihren Farben leuchten sie ja auch richtig schön hervor – in den unterschiedlichsten Orange- und Lilatönen.

Olympic National Park – Lake Quinault und die größte Fichte der Welt

Unser letzter Programmpunkt des Olympic Nationalparks brachte uns zum Lake Quinault am Südende des Parks. Hier verbrachten wir noch ein paar Stunden auf dem Wanderweg entlang des Ufers und sahen uns die größte Fichte der Welt an. Sagenhafte 191 Fuß (58 Meter) hoch und 18 Fuß (5,5 Meter) im Durchmesser misst der 1000 Jahre alte Baum. Und wir fühlen uns plötzlich wieder mal ganz klein.. 🙂

Den Abschluss unserer Olympic Peninsula Tour bildet dank der unendlichen Wälder wieder ein toller Platz in der Natur, den wir bei Lagerfeuer, Gegrilltem und herrlicher Ruhe in vollen Zügen genießen.

Seattle

Nun stand wieder mal eine Großstadt auf dem Plan. Und Seattle-typisch regnete es leider während unseres Aufenthalts durch. Mal mehr und mal weniger. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, mit den Fahrrädern in die Innenstadt zu fahren. Seattle hat uns wieder mal ganz gut gefallen. Wir haben einen guten Parkplatz an einem Baseball-Feld gefunden, der nur 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lag. Angesehen haben wir uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Seattle. Das Great Wheel Riesenrad, die Space Needle, den Public Farmers Market und Downtown / Oldtown.

Neben den ganzen Sights wollte Matthias schon lange mal in ein richtig typisches amerikanisches Diner, welches wir dann auch gefunden haben. Besser hätte es nicht sein können. Es gibt typisch amerikanisches Essen zum guten Preis, das Lokal ist richtig urig eingerichtet und die Kellnerin kommt gleich mit Ketchup- und Senfflasche unter dem Arm angewackelt. Das Essen war mega lecker und somit hatten wir das von unserer Bucket List auch abgehakt 😉

North Cascades National Park

Unsere Tage in USA neigten sich langsam dem Ende zu. Zum Abschluss haben wir uns noch einen der am wenigsten besuchten National Parks ausgesucht. Der North Cascades NP liegt direkt an der Grenze zu Kanada, östlich von Seattle. Die ganze Straße durch den Nationalpark sind wir allerdings nicht gefahren, da wir sonst einen zu weiten Umweg bis zur kanadischen Grenze gefahren wären.

Wir fuhren bis zum Diablo Lake Overlook und hatten eine tolle Sicht über den ganzen See mit seinem tollen Blau. Anschließend wanderten wir noch den 5,8km langen Wanderweg Thunder Knob Trail. Der führte uns zunächst durch den Wald und dann entlang verschiedener Aussichtspunkte. Die Aussicht war dank des Wetters wieder mal grandios und das Gipfel-Snickers schmeckte herrlich 😉

Am Abend fuhren wir dann raus aus dem Park und suchten uns im angrenzenden National Forest einen gemütlichen Platz zum übernachten.

Der Platz eignete sich auch gut für eine kleine Reparatur. Seit ein paar hundert Kilometern machte sich nämlich das vordere rechte Radlager bemerkbar. Ersatz war zum Glück dabei und der Wechsel war schnell erledigt. In Peru hatten wir ja schon das Linke Lager gewechselt, somit war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis das zweite auch an Altersschwäche leidet, doch dafür hat es ja noch recht lange durchgehalten. Danach freut man sich einfach riesig auf eine Flussdusche – auch wenn die Wassertemperatur wieder mal nur knapp über dem Gefrierpunkt lag.

Zur Grenze nach Kanada

Nun waren es nur noch ein paar Meilen zur Grenze. Wir fuhren aus dem North Cascades National Park nach Burlington um dann auf die #11 an der Küste zu wechseln. Von dort aus gab es nochmal tolle Aussichtspunkte zu den nahe gelegenen Inseln, die teilweise schon zu Kanada gehörten. Auf Kanada freuten wir uns nun wirklich sehr, nicht zuletzt wegen den uns gewohnten Maßeinheiten wie km/h, Zentimeter und Liter 😉

Der nächste Eintrag steht übrigens schon in den Startlöchern. Wir sind nun schon ein paar Tage in Kanada und fahren gerade auf dem Alaska Highway auf das (diesmal nördliche) Ende der Welt zu 😉 Also… stay tuned!

2 Gedanken zu „USA Nordwesten – Oregon & Washington

  1. Hallo Ihr beiden. Vielen Dank für die netten Geburtstagswünsche. So ein 60. Geburtstag dauert nicht nur einen Tag, sondern eine Woche.
    Jetzt kann ich mich endlich bedanken und euch weiterhin eine gute Reise wünschen. Eure Berichte und Fotos machen richtig Spaß. Viele Grüße aus Baierbach.

  2. Hallo ihr zwei Weltenbummler, endlich ist er da, der neue Blog! Wie immer – ungeduldig erwartet – und wie immer – tolle Bilder von grandioser Natur und viel Interessantes zu Land und Leuten. Spannend und informativ geschrieben. Danke, dass ihr euch soviel Arbeit macht und wir auf diese Weise eure tolle Reise miterleben können. Es freut uns besonders, dass ihr immer noch, auch nach fast 2 Jahren, neugierig seid und nicht müde werdet, die unglaublichen Eindrücke dieser Reise so anschaulich zu schildern. Wir sind schon sehr gespannt, was es als nächstes zu sehen und zu lesen gibt. Viel Glück und gute Reise weiterhin, nette, gastfreundliche Menschen auf und neben eurem Weg in diesen unendlichen Weiten! Unsere guten Gedanken und Wünsche sind bei euch.
    Ganz herzliche Grüße aus der Heimat senden euch Opa und Oma

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